SL Hessen

"Ein Kämpfer für Demokratie und soziale Gerechtigkeit"

Gedenkfeier zum 50. Todestag von Wenzel Jaksch

Als Erinnerung an den sudetendeutschen Sozialdemokraten Wenzel Jaksch, der am 27.11. vor 50 Jahren bei einem Autounfall in Wiesbaden ums Leben kam, veranstaltete die hessische SPD-Fraktion am 29.11.16 im Mediensaal des Hessischen Landtages eine Gedenkfeier. Bereits zwei Tage zuvor fand eine Kranzniederlegung an seinem Grab auf dem Waldfriedhof in Wiesbaden-Dotzheim statt.

Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorsitzender. der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag und SPD-Vorsitzender in Hessen, sowie Helena Pässler, Vorsitzende der Seliger-Gemeinde in Hessen, würdigten das Lebenswerk des früheren sudetendeutschen Landtags- und Bundestagsabgeordneten im Beisein seiner beiden Kinder Mary und Georg Jaksch, zahlreichen Ehrengästen aus den Reihen der Seliger-Gemeinde mit dem Vorsitzenden Albrecht Schläger und der Sudetendeutschen Landsmannschaft mit dem Präsidenten der SL-Bundesversammlung Reinfried Vogler und dem SL-Landesobmann Markus Harzer.

"Sein politisches Engagement für die Heimatvertriebenen, unter anderem in vielen Funktionen innerhalb der Sozialdemokratischen Partei Deutschland und als Präsident des Bundes der Vertriebenen, wirkt bis in unsere Tage nah. Sein Streben nach sozialer Gerechtigkeit, nach Demokratie und Solidarität ist vielen von uns bis heute Vorbild geblieben", so der hessische SPD-Vorsitzende Schäfer-Gümbel zu den Teilnehmern der Gedenkfeier.

Helena Pässler ging auf die Stationen aus dem Leben des großen sudetendeutschen Sozialdemokraten ein. Am 25.08.1896 in Langstrobnitz (Böhmerwald) geboren, waren dies vor allem Wien, Prag und London. Auf einer Tafel an einem Haus in Wien, wo er wohnte und sich bereits mit 14 Jahren als Maurerlehrling der Arbeiterbewegung anschloss, kann man heute noch Näheres über Jaksch erfahren: "Mitglied des Verbandes jugendlicher Arbeiter in Ottakring, Abgeordneter des Prager Parlaments und Vorsitzender der Sudetendeutschen Sozialdemokraten, Mitglied der Sozialistischen Internationale, leidenschaftlicher Gegner der Nationalsozialisten, Vorsitzender der Treuegemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten im Exil, Mitglied des Vorstands der SPD, Abgeordneter des Deutschen Bundestages, bis zu seinem Tode Vorsitzender der Seliger-Gemeinde, der Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten. Ein großer Sozialdemokrat und Europäer. Ein leidenschaftlicher Verfechter der Gleichberechtigung der Nationen. Ruhm und Tragik der sudetendeutschen Arbeiterbewegung sind auf das engste mit seinem Namen verbunden. Sein Leben ist ein Vorbild für kommende Generationen. Zum ständigen Gedenken gewidmet von den sudetendeutschen Sozialdemokraten in aller Welt".

Willy Brandt erinnerte einst als Grabredner daran, dass Wenzel Jaksch zeitlebens leidenschaftlich gekämpft habe: zunächst gegen Hitlers Gewaltpolitik und dann gegen die Vertreibung aus der Tschechoslowakei. Aber nicht nur das: "Wir alle sind uns dankbar bewusst, was Wenzel Jaksch für das deutsche Volk zu leisten bemüht war. Und wie wesentlich er mit seinen Heimatvertriebenen, vor allem auch mit seinen sudetendeutschen Landsleuten, zum Aufbau und Ausbau unserer Bundesrepublik beigetragen hat."

sudetenpress/hessen/2017
Text und Fotos: Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der SL-Landesgruppe Hessen

Februar 2017